Archiv des Autors: Dr. Borstel

Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides (2011)

Literaturverfilmungen sind in Hollywood ein alter Hut. Nicht ganz so alltäglich ist allerdings das, was Jerry Bruckheimer samt neuem Regisseur und weitgehend alter Crew mit Tim Powers’ Fantasyroman „Fremdere Gezeiten“ anstellte: Nämlich schrieb das Autorenduo Elliott/Rossio kurzerhand die Charaktere aus Bruckheimers Erfolgsreihe PIRATES OF THE CARIBBEAN in die Geschichte um die Suche nach der Quelle des ewigen Lebens hinein, allen voran Captain Jack Sparrow, einmal mehr dargestellt von Johnny Depp. Auch Geoffrey Rush kehrt als Barbossa zurück, für Orlando Bloom und Keira Knightley war nach dem Ende der Trilogie dagegen kein Platz mehr in der Piratensaga. In PIRATES OF THE CARIBBEAN: ON STRANGER TIDES stoßen dagegen Penélope Cruz und Ian McShane zur Besetzung. Weiterlesen


Complete: Pirates of the Caribbean I-III

“This is without doubt the worst pirate I’ve ever heard of.” Oh, aber Sie haben von Captain Jack Sparrow gehört, jener Pirat gewordenen wandelnden Extravaganz, die in ihrem nunmehr vierten Kinofilm die Sieben Weltmeere unsicher macht – ein Anlass für mich, die bisherigen drei Filme der PIRATES OF THE CARIBBEAN noch einmal Revue passieren zu lassen, jener ehemaligen Disney-Attraktion, die unter der Fuchtel von Produktionsschwergewicht Jerry Bruckheimer angeblich – man wird mit jeder Kritik darauf gestoßen – das Piratengenre wiederbelebte (obgleich es dafür in den vergangenen Jahren ziemlich an Piratenfilmen mangelte). Doch genug der Vorrede. Weiterlesen


Trailer: Norwegian Wood

… und dann merkst du, dass du in der Zukunft angekommen bist, wenn du von einem ersehnten neuen Film zuerst durch Facebook-Ads erfährst. Zugegeben, NORWEGIAN WOOD (NORUWEI NO MORI) erschien in Japan schon Ende letzten Jahres, also sogar bevor ich dessen Romanvorlage las. Die spielt im Tokio der späten Sechziger, Schauplatz von Studentenunruhen und Heimat des jungen Toru, der, nachdem sein bester Freund Kizune sich umbringt, ziel- und anspruchslos durchs Leben irrt, Beatles hört (darum der Titel) und sich schließlich in Kizunes Freundin Naoko verliebt. Ich habe selten – vielleicht nie – eine Liebesgeschichte so frei von Kitsch und Klischees gelesen, was vor allem daran liegt, dass Autor Murakami sich seinen Figuren mit grenzenlosem Respekt und Einfühlsamkeit nähert, und hoffe so sehr, dass sich das auch in der Verfilmung widerspiegelt. In Deutschland kommt der Film unter dem (doofen und gar nicht treffenden) Titel NAOKOS LÄCHELN am 30. Juni 2011 in die Kinos. Weiterlesen


Complete: Indiana Jones I-IV

Ich muss zugeben, nie ein INDIANA JONES-Fan gewesen zu sein; als Kind empfand ich diesen Typ mit dem hässlichen Hut und der Peitsche eher als albern, Harrison Ford war für mich Han Solo und niemand sonst. Da eine solche Einstellung sich für einen selbst ernannten Cineasten, so habe ich mir sagen lassen, nicht gehört, habe ich es mir nicht nehmen lassen, nun mit etwas Abstand – und ohne den Nostalgie-Bonus – auf Indys vier Abenteuer zurückzublicken. Weiterlesen


Cruel Intentions (1999)

Moral: Ein altbekanntes, womöglich altbackenes, oftmals religiös konnotiertes, dennoch höchst wandelbares, weil abstraktes und der heutigen Gesellschaft zunehmend fremdes Prinzip; zu letzterem Schnellschluss könnte die oberflächliche Betrachtung von CRUEL INTENTIONS führen, übersehe man unter anderem die Tatsache, dass der Film, dessen deutscher Titel EISKALTE ENGEL doch allzu sehr nach billigem Erotikschund klingt, auf dem 1782 veröffentlichten Roman „Les Liaisons dangereuses“ von Laclos basiert, dessen Geschichte Autor und Regisseur Roger Kumble lose in die Gegenwart überträgt, aus französischen Adligen gelangweilte, verzogene New Yorker Upper-Class-Teens macht, die sich in ihren amoralischen Liebschaften verstricken. Weiterlesen


Game of Thrones 1.01 – Winter is Coming

Sicherlich ist es nicht ganz abwegig, darauf hinzuweisen, dass GAME OF THRONES, Adaption von George R. R. Martins Buchreihe „A Song of Ice and Fire“ und nach deren erstem Band benannt, ohne die im Fahrwasser von THE LORD OF THE RINGS enorm gestiegenen Popularität des Genres Fantasy wohl niemals das Licht der Fernsehbildschirme erblickt hätte. Davon jedoch auf Parallelen zwischen J. R. R. Tolkiens Urwerk heroischer High Fantasy und Martins düsterem Opus zu schließen wäre verfehlt, denn das 1996 erstmals in Buchform erschienene GAME OF THRONES erwies sich schnell als wegweisend für eine vollkommen andere Art der Fantasy: Düster und ungewöhnlich realistisch ist der Roman gestimmt; ein Erzählton, den die Produzenten David Benioff und Dan Weiss in der Pilotfolge WINTER IS COMING sehr treffend umsetzen. Weiterlesen


Game of Thrones 1.01 – Preview

Am 17. April, also in nicht einmal mehr zwei Wochen, erfährt GAME OF THRONES, die HBO-Adaption von George R. R. Martins “A Song of Ice and Fire”, seine US-Premiere. Ungeduldige wie ich haben allerdings jetzt schon die Gelegenheit, mit dieser knapp 14-minütigen Preview einen Blick in den Pilotfilm der Serie zu werfen, und was ich da sehe, gefällt mir sehr. “… and winter is coming!” Weiterlesen


Revolutionary Road (2008)

In seinem Spielfilmdebüt und Meisterstück AMERICAN BEAUTY präsentierte Regisseur Sam Mendes einst ein vordergründig mustergültiges Vorstadtehepaar, um an dessen zerbröckelnder Ehe den American Way of Life in perfider Gründlichkeit zu demontieren. Mit REVOLUTIONARY ROAD kehrt Mendes in jene spießbürgerlichen amerikanischen Vorstädte zurück, doch statt hintergründiger Satire präsentiert er diesmal erdrückendes Drama, zerstörte Träume und einen Albtraum ohne Ausweg und zeigt damit, ob nun bewusst oder nicht, einen deprimierenden Gegenentwurf zu Camerons TITANIC, dessen einstiges Traumpaar Kate Winslet und Leo DiCaprio hier erneut gemeinsam vor der Kamera steht, als Mr. und Mrs. Wheeler, deren Ehe an Alltäglichkeit und Entfremdung scheitert. Weiterlesen


Scott Pilgrim vs. the World (2010)

„Scott Pilgrim is dating a high-schooler.“ Mit diesem simplen Satz beginnt Brian Lee O’Malley eine sechsbändige Saga über Highschoolliebe und Herzschmerz, Rockstarträume und Coming-Outs, Trennungen und Neuanfänge, kurzum: Eine Chronik des Erwachsenwerdens, die, wenngleich oberflächlich als banale Kung-Fu-Comedy erzählt, so hintergründig, metaphorisch tiefgründig und – man möchte beinahe sagen – lebensklug daherkommt, dass das Prädikat „Comic“ ihr nicht im mindesten gerecht wird. Konnte man nun von Edgar Wright erwarten, dass der seit SHAUN OF THE DEAD als Kultregisseur betitelte Engländer der sechs Bände umfassenden Vorlage mit seiner Verfilmung SCOTT PILGRIM VS. THE WORLD gerecht wird? Wer ehrlich mit sich ist, wird diese Frage mit nein beantworten. Als Fan der Reihe bin ich enttäuscht – was freilich nur bedingt an Wright liegt. Weiterlesen


The King’s Speech (2010)

Ganze 335 Jahre ist es her, seit Thomas Jefferson die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika aufsetzte und die ehemaligen Kolonien sich damit von der britischen Monarchie befreiten. Über drei Jahrhunderte, und doch schauen die Amerikaner immer noch gerne, vielleicht sogar mit einer gewissen Nostalgie auf ihre loyal-royalen Tage zurück, zumindest gilt das für die Traumfabrik Hollywood, die gerade bei der Verleihung ihres vorgeblich wichtigsten Filmpreises, der Oscars, der englischen Königsfamilie nur zu gerne gedenkt. Judi Dench genügte 1996 ein siebenminütiger Auftritt in SHAKESPEARE IN LOVE, um die Trophäe einzuheimsen, zuletzt war es 2007 Helen Mirren als THE QUEEN. Nun, 2011, durfte Colin Firth für THE KING’S SPEECH die Trophäe in Empfang nehmen – als stotternder König George VI. Weiterlesen


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